Entgangene Millionen

Die einen benötigen dringend gute kreative Ideen, um aus ihrer schier aussichtslosen Situation herauszukommen, andere haben so viele Ideen und Projekte gleichzeitig laufen, dass es ihnen schwerfällt, sich zu fokussieren. Und wieder andere haben immer wieder grandiose Ideen – setzen davon aber keine in die Realität um.

Wenn man mal alles zusammenzählen würde, was Ideen verursachen, dann müsste man wohl sagen, dass sie für ein riesiges Millionengrab verantwortlich sind! Millionen verschenkter Potenziale, Millionen geraubter Nerven, Millionen schlafloser Nächte, Millionen entgangener Glücksgefühle, Millionen verpasster Chancen und Millionen entronnener Gelder.

Doch sind wir mal ehrlich: Die Ideen tragen daran wohl kaum die Schuld. Vielmehr ist die Frage, wie wir mit der ganzen Ideen-Thematik umgehen!

 

Ideen alleine sind wertlos

Wenn ich in diesem Beitrag über kreative Ideen spreche, dann geht es um jegliche Ideen, mit denen du ein bestimmtes Problem lösen, deine ganz individuelle Situation verbessern, die Welt verändern oder aber auch einfach nur deine Zufriedenheit steigern könntest!

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Viele dieser Ideen entstehen „spontan“, zum Beispiel, während man unter der Dusche steht, einen Spaziergang macht oder sich mit anderen austauscht. Dir schießt plötzlich eine Idee in den Kopf, doch noch bevor du ihr wirklich eine Chance gibst, hat deine innere Stimme eine Palette von Argumenten dafür parat, warum diese Idee nichts taugt. Und so vergisst oder verdrängst du sie wieder.

Wenn du geübt bist, dann schaffst du es des Öfteren, diese an den Haaren herbeigezogenen Argumente zu ignorieren und dich aktiv mit der Idee zu beschäftigen. Aber wie oft wird daraus dann mehr, sodass du dich auch traust, dich mit anderen ernsthaft darüber auszutauschen?

Hast du es erst mal soweit geschafft, und du unterhältst dich tatsächlich mit anderen über deine Idee, dann hängt es oft sehr stark von deren Reaktionen ab, wie es mit der Idee weitergeht. Kommen hauptsächlich Bedenken und destruktive Gedanken auf, dann ist das Todesurteil der Idee schon so gut wie gefällt, und sie landet mit vielen anderen im Millionengrab. Ist dein Gesprächspartner von der Idee aber genauso begeistert wie du, dann kannst du höchstwahrscheinlich kaum mehr ruhig sitzen.

Dein Hirn fängt an, vor Umsetzungsideen nur so zu sprudeln. Am liebsten möchtest du sofort mit der Umsetzung starten und du denkst schon fünf Schritte weiter als es für die momentane Situation eigentlich erforderlich ist. Du beginnst, dir erste konkrete Gedanken für ein Konzept zu machen und bist voller Euphorie!

Dann holt dich der Alltag wieder ein. Ein Anruf hier, ein paar Erledigungen dort und einige Zeit später war es das dann auch schon wieder mit deiner Idee – und das Millionengrab wächst weiter.

Wie oft ging es dir schon so? Ich wette, ziemlich oft. Zumindest mir selbst ging es eine Zeit lang ständig so.

 

Deine Ideen sind noch zu jung zum Sterben

Es ist Zeit damit aufzuhören! Hör auf, dir deine Ideen selbst schlecht zu reden. Hör auf, die Umsetzung der Ideen zu stark von der Meinung anderer abhängig zu machen und hör auf damit, deine Ideen auf Grund des Alltags in der Ecke verhungern zu lassen.

So spontan dir die Entstehung einer Idee auch erscheinen mag, glaub mir, so spontan ist diese gar nicht. Wenn du mal etwas zurückdenkst, dann beschäftigst du dich eigentlich schon recht lange damit. Du hast vor einiger Zeit etwas festgestellt, das dir nicht sonderlich gefällt. Du hast vielleicht nicht direkt eine Lösung dafür gehabt, aber hast dich seitdem permanent, zumindest unterbewusst, damit beschäftigt. Bei allem, was du seitdem erlebt hast, bei allem, was du gehört, gesehen oder gefühlt hast, hast du dein Hirn mit Informationen gefüttert. Möglicherweise hast du dich tatsächlich gar nicht mehr bewusst damit beschäftigt, aber dein Unterbewusstsein hat permanent diese Informationen verarbeitet.

Wenn du also dann diesen spontanen Einfall, diesen „Geistesblitz“ hast, dann ist dieser eigentlich das Resultat eines recht langen Entstehungsprozesses. Möglicherweise hat nur noch ein kleines Puzzlestück gefehlt, und durch den letzten, neuen Impuls konnte dein Lösungsansatz, deine Idee kreiert werden.

Gib dieser Idee also erst einmal eine reelle Chance. Sie hat es sich verdient!

 

Mit der Idee schwanger gehen

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Fang nicht sofort damit an zu bewerten, wie gut oder schlecht die Idee ist, sondern schreibe sie erst einmal auf und denke immer wieder darüber nach. Eine Idee ist wie eine Schwangerschaft: Bis aus dem Samen etwas Wundervolles, etwas Lebendiges entsteht, braucht es Zeit. Je nach Lebewesen kann das kürzer oder länger gehen, aber es braucht in jedem Fall Zeit. Ich schicke mir dafür mittlerweile am Anfang immer ganz gerne selbst eine E-Mail, die im Betreff als Erinnerung nur kurz die Idee umreißt. So sehe ich sie mehrmals täglich in meinem Posteingang und denke unweigerlich immer wieder darüber nach. Meine Gedankengänge dazu schreibe ich dann einfach wieder in eine Antwort-Mail. Irgendwann, wenn diese E-Mail immer größer wird und ich das Gefühl habe, es ist nun an der Zeit mich näher damit zu beschäftigen, dann plane ich Zeit dafür in meinem Terminkalender ein.

Führe ich Gespräche mit anderen Personen zu dieser Idee, dann schreibe ich mir die daraus entstandenen Gedanken ebenfalls wieder in eine E-Mail und beschäftige mich einige Zeit später dann wieder damit. Durch dieses System kann ich mir sicher sein, dass keine Gedanken zu dieser Idee verlorengehen und ich immer wieder an sie erinnert werde (ganz nebenbei steigere ich damit auch meine Produktivität).

Nach einiger Zeit merke ich dann selbst, ob es für mich von Wert ist, diese Idee weiterzuverfolgen und schiebe sie, falls nicht, in einen Ablage-Ordner in meinem Postfach. Gegebenenfalls wird sie dann unter anderen Umständen doch noch einmal interessant. Sollte sie sich aber tatsächlich als hoffnungsvoll erweisen, dann entwickle ich für sie einen konkreten Projektplan und setze sie Schritt für Schritt in die Realität um.

Und was, wenn das Ganze scheitert? Eine Frage, die ich mir auch immer wieder gestellt habe. Hier solltest du deine blockierenden Gedanken hinterfragen. Meine Überzeugung ist mittlerweile: Ich kann gar nicht scheitern! Denn bereits der aktive Schritt, etwas aus einer Idee in meinem Kopf in die Tat umzusetzen, ist ein grandioser Erfolg. Wie das Ergebnis aussieht, sobald aus der Idee dann eine Wirklichkeit geworden ist, ist eigentlich ziemlich egal. Denn schon allein dass ich es versucht habe, war es wert!

Nicht zuletzt ist die häufigste Aussage von Menschen, die im Sterben liegen, dass sie nicht das bereuen, was sie getan haben, sondern das, was sie immer im Kopf hatten – aber nie gewagt haben.

Du hast aktuell die Chance, dein Leben noch aktiv zu beeinflussen, also mach das Beste daraus. Begrabe deine Ideen nicht zu früh und gib ihnen eine reelle Chance zur Entfaltung. Vergrößere nicht nur ständig das Millionengrab, sondern setze Ideen in die Praxis um und bereichere damit dein Leben um das millionenfache!

Welche Idee hattest du zuletzt, die du wieder ganz schnell verdrängt hast? Noch ist es nicht zu spät. Pack sie an! Sie ist es wert.

 

Diesen Beitrag habe ich als Teilnahme zur Blog-Parade „Der Wert von Ideen“ von schreibnudel.de geschrieben. Dort gibt es auch noch viele weitere interessante Beiträge. Schau mal rein :).

P.S. Du hättest gerne einen Sparringspartner, um deine Vermarktungsideen auf Augenhöhe mit jemandem austauschen und in die Praxis umsetzen zu können? Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme!